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Dienstag, 13. Oktober 2015

Was zum Leiten taugt

Die deutsche Leitkultur wird wieder bemüht. Eigenwillige(!) Einwanderer sollen sie aufnehmen, akzeptieren, annehmen, verinnerlichen, lesen, verstehen,...weil sie sich zu integrieren, einzufügen haben, schreibt die FAZ. Aber, so der Kommentar, leider ist die Debatte noch nicht so weit die Kultur zu benennen, die sie zukünftig leiten soll. 

Ob dem Autor nicht klar ist, dass er sich mit seinem Resümee bereits mitten in der deutschen Kultur befindet, frag ich mich. Endlose Debatten ohne Ergebnisorientierung zu führen, nur um ihrer selbst willen, das ist deutsche Kultur in Reinform. 

Korrekterweise kommt auch das Grundgesetz zur Sprache, welches, so der Autor, von jedermann gleich oder ähnlich verstanden wird. 
Klar, weshalb alle Nase lang das BVerfG erklären muss, wie das Grundgesetz zu verstehen ist. Nicht nur den Gesetzgebern der PdL die das "System" überwinden wollen. Nein, einfach fast allen und immer wieder. 

Es ist gar nichts klar und deutlich in Deutschland. Überall gibt es Interpretationsspielräume, Ausnahmen die angeblich die Regel bestätigen sollen und Auslegungsunterschiede. Deutschland ist das ultimative "Ja, aber-Land". 

Wenn irgend jemand nach einem Beispiel auf der Suche wär, dass einem bewiese, warum eine Leitkultur nicht praktikabel ist - er würde hier in Deutschland so richtig fündig. 
Die Bürger dieses Landes, inklusive der Politiker, die gern von den Menschen da draußen schwafeln wenn sie Bürger meinen, diskutieren vermutlich noch bis zum Ende des Jahrhunderts und darüber hinaus über die deutsche Leitkultur, ohne auch nur einen Schritt weiter zu kommen. 

Wir Deutsche nennen so ein intellektuelles Geschwätz Tiefgang. Wir, wie der Autor des FAZ-Kommentars so naiv offenherzig preisgibt, sind in unserer Selbstüberschätzung zwar unfähig uns unsere Uneinigkeit über das was uns verbindet einzugestehen, aber, nichtsdestotrotz verlangen wir das, was wir nicht hinbekommen, von anderen.

Und wenn sie scheitern - um so besser. 

Dafür müssen wir die Legende von der Existenz einer deutschen Leitkultur am Leben erhalten. 

Mir würde es ja schon genügen wenn meine Landsleute in einer bedeutenden Mehrheit das Grundgesetz achteten oder vielleicht sogar wertschätzten. 
Aber wenn Politiker es vormachen, wie man sich über die Grundpfeiler unserer Demokratie die eben keine Volksherrschaft sein soll, hinwegsetzt, in dem sie auf die Gewaltenteilung pfeifen und die Exekutive zur alles beherrschenden Gewalt ausformen, sehnt sich der eine oder andere Bürger nach einer Führungsperson. 
Dabei blicken nicht wenige sehnsuchtsvoll nach Moskau wo ein Diktator herrscht - durch einen deutschen Bundeskanzler als lupenreiner Demokrat geadelt.
Und was das Staatsfernsehen dazu an "politischer Bildung" liefert, spricht Bände.  
Von einer gemeinsamen Kultur mit leitendem Charakter wäre man aber auch ohne diese Querelen dann immer noch weit entfernt. 

Und schon bin ich bei einem zweiten Merkmal deutscher Kultur:
Dem der überzogenen Ansprüche. 
Anderen Ländern reicht es aus, dass alle Bewohner die Gesetze achten und die Verfassung. 
Eine Kultur ist da außen vor, weil es regionale Unterschiede gibt, die gar nicht nivelliert werden sollen, weil sie nicht nivelliert werden können. 
Man verfügt über Zivilisation. Das reicht und steht nebenbei über der Kultur, unter die auch Marterpfähle und die Herstellung von Schrumpfköpfen fallen. 

Oder der Märtyrertod als Zivilisten mordender Terrorist. Dem Terroristen wird nicht der Besitz von Kultur abgesprochen sondern von Zivilisiertheit. Er ist einfach nicht in der Zivilisation angekommen. 
Oder aus ihr herausgefallen.

Man könnte auch sagen: Die deutsche Endlosdebatte über eine gemeinsame und leitende Kultur wird nicht enden, weil sie den zum Scheitern verurteilten Versuch unternimmt, sich über den Zivilisationsbegriff hinwegzusetzen und die Zivilisation als der Kultur unterlegen ansieht. 

Wenn ein große Menge an Flüchtlingen aus Gebieten nach Deutschland kommt, in denen Stammeskultur und Clanstrukturen die Gesellschaft bestimmen, und nicht das was im Westen unter Zivilisation verstanden wird, nämlich Recht und Gesetz, werden sie sich mit der Annahme einer Leitkultur schwerer tun, als mit anderem Recht und Gesetz.  

Erst recht wenn ihnen Deutsche erzählen wie sehr sie ihr Land, das was sie unter deutscher Kultur verstehen und ihre "teilkapitalistische" Verfasstheit verachten. 

Mit anderem Recht und anderen Gesetzen werden und müssen sie rechnen. Und sie erwarten wohl auch, dass man dies von ihnen verlangt. Nicht aber das Ablegen ihrer Kultur und die Annahme einer anderen. Das braucht länger als das Handeln nach anderen Gesetzen. 

Die Integrationsaufforderung muss umsetzbar sein und darf keinem Idealismus folgen, der einer deutschen Debattenobsession frönt. Diese Aufforderung muss sich an der deutschen Zivilisation orientieren. An ihren Gesetzen und an ihren Werten die sich aus dem Grundgesetz ergeben. Damit sind zu allererst die Menschenrechte und die sich aus ihnen ergebenden Normen des Zusammenlebens gemeint. 

Mit Kultur hat das alles erstmal wenig zu tun. Ihre Kultur werden die nach Deutschland Kommenden um zu bleiben, mit der hiesigen vermischen. Austauschen sicher nicht. Das hätte Deutschland während des noch andauernden Wiedervereinigungsprozesses bereits lernen können. 

Erling Plaethe

Kommentare:

  1. Nun, die Aufgabe der Kultur der Herkunftsländer hat von den neuen Migranten, soweit ich das sehe, niemand gefordert. Jedenfalls nicht, so lange diese nicht in Konflikt mit der hierzulande praktizierten steht. Aber genau um diese Fälle geht es beim Begriff "Leitkultur": Wenn die eigene Kultur ein Verhalten nahe legt, das in der hiesigen Kultur aber abgelehnt wird, dann sollte man als Zuwanderer auf dieses Verhalten künftig tunlichst verzichten.

    Und nun sage bitte keiner, das Grundgesetz bilde alle hiesigen Verhaltensnormen hinreichend ab. Es wurde gar nicht zu dem Zweck geschrieben, den Umgang der Menschen untereinander zu regeln, sondern den Umgang des Staates mit seinen Bürgern. Darüber hinaus aber gab und gibt es zig ungeschriebene Regeln, die - eben als Bestandteil der Kultur - einfach so über Generationen hinweg überliefert werden. Meistens denken wir über diese Normen gar nicht mehr groß nach. Sicher, die können sich im Lauf der Zeit wandeln, aber dann tun sie es graduell, nicht im Schock einer Konfrontation.

    Die Empörung und Belustigung, mit der auf die Verhaltensregeln von Hardheim reagiert wurde, zeigt aber, wie akzeptabel die Geringschätzung dieser Normen in "fortschrittlichen" Kreisen mittlerweile ist. Das Feindbild "deutscher Spießer", das einige Damen und Herren wohl fürchterlich traumatisiert haben muss, erfordert, über diese Alltagsregeln, die keinen anderen Zweck haben als das Zusammenleben ansonsten Fremder außerhalb von Clans zu erleichtern, das Urteil der Rückständigkeit, wenn nicht gar des Rassismus zu fällen.

    Ich kann davor nur warnen. Wer die eigenen, bekannten Regeln verachtet, wird dafür andere bekommen, die auch dem Grundgesetz egal sind. Ob das eine gute Entwicklung wäre, kann jeder für sich beurteilen. Ich finde, es wäre keine.

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    1. Noch als Ergänzung: Als ich noch im Auftrag eines Konzerns Weltreisen unternahm, informierte ich mich jeweils über die Kultur des Landes, das ich besuchen wollte, und ich passte mein Verhalten soweit möglich dem an, was dort als üblich galt. Das fing damit an, mit welcher Hand man isst, und ging bis zur Art und Weise der Kommunikation. Natürlich gelang mir das nicht immer, aber wenn das Gegenüber dein Bemühen erkennt, lässt es dir auch den unvermeidlichen Lapsus voller Verständnis durchgehen. Womöglich weist es dich dann freundlich darauf hin, damit du das Problem beim nächsten Mal nicht mehr hast, aber auf diese Art und Weise kommt man interkulturell hervorragend zurecht.

      Ich wäre nie auf die Idee gekommen, aus Überheblichkeit (immerhin kam ich ja von der Konzern-Obergesellschaft) oder Ignoranz meine eigenen Verhaltensnormen als weltweit zu akzeptierende anzusehen. Es hätte natürlich in der jeweiligen Gesellschaft des Gastlandes kein Problem gegeben, wenn ich es doch getan hätte - aber was, wenn es für Hunderttausende undenkbar ist, sich auf solche Art und Weise anzupassen? Und sie von irgendwelchen Deppen im Inland, die ein Problem mit dem Land haben, in das sie hineingeboren wurden, auch noch dazu ermuntert werden (Nur zur Sicherheit: Ich verstehe deinen Beitrag nicht so.)? Da brauchen wir von Integration nicht mehr zu reden, auch nicht von der in die Arbeitswelt.

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    2. Zu Deiner Ergänzung:
      Auch ich tue dies. Schließlich will ich Missverständnissen aus dem Weg gehen. Ich bin z.B. in Indien sehr weit gegangen, nicht nur dass ich mit der richtigen Hand gegessen habe.
      Aber ich war nicht bereit mit dieser direkt zu essen, wenn auch Suppe angeboten wurde und es Löffel gab. War ich eingeladen, habe ich allerdings nicht auf den Löffel bestanden.
      Es gibt nämlich auch hier einen Gegenpol. Z.B. wenn, ich bleib mal in Indien, Leute aus dem Westen im Lungi rumrennen um ihre Verbundenheit mit der untersten Kaste zu demonstrieren. Und gleichzeitig mit der Kultur und der Religion. Und ihre ursprüngliche geradezu aufgeben und verachten.

      Die kulturelle Anpassung an regionale Gepflogenheiten kommt nach der Aneignung von Recht und Gesetz.
      Nach diesem Recht und Gesetz konnte ich mich im Norden Sumatras frei bewegen, solange ich ein gültiges Visa besaß. Kulturell ging das nicht, wie mir in der Aceh-Gegend ein Moslem klarmachte. Er wollte sich zum Führer für mich und meiner Reisebegleitung machen und hat mir auch erklärt warum. Ich habe mich darüber hinweggesetzt, weil es eine Grenze gibt die mein Selbstverständnis und meine Freiheit tangiert.
      Lassen wir mal die ganzen Antideutschen aus dem linken Spektrum beiseite. Darüber lohnt es nicht zu diskutieren.
      Es gibt für jeden einen Punkt wo seine ihn bisher prägende Kultur in Konflikt geraten kann mit einer neuen. Dann ist die rote Linie Recht und Gesetz.
      Deshalb plädiere ich in meinem Beitrag dafür, sich auf's Wesentliche zu konzentrieren und dies nicht mit einer völlig unklaren Leitkultur zu umreißen.

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  2. Da von der Notwendigkeit der Aneignung der deutschen Leitkultur die Rede ist, geht das zwangsläufig mit der weitgehenden Aufgabe der ursprünglichen Kultur einher. Anders kann ich mir eine Aneignung einer mich leitenden Kultur schwer vorstellen.

    Ich bin den Regeln und Gepflogenheiten der westlichen Kultur verbunden. Spezifisch deutsche können m.E. als Integrationsmaßstab wie beschrieben nicht angewandt werden, wenn sie sich auf die Kultur beziehen - weil es sie gar nicht gibt.
    Deutschland legt zu recht viel wert auf seinen Föderalismus. Zu diesem gehören unterschiedliche regionale Gepflogenheiten. Wie weit diese angenommen werden ist keine Grundvorraussetzung für eine erfolgreiche Integration.
    Ich habe in BW eine Zeit lang mit zwei Italienern gearbeitet die mehr über schwäbische Verhaltensregeln wussten und sie auch beachteten als ich. Auch als ich bereit war ihnen gleichzutun. Und dabei blieben sie trotzdem auch Italiener.
    Aber sie waren ganz klar die besseren Schwaben und bevor ich eine neue Gepflogenheit übernahm wog ich sorgfältig die dazu notwendige Selbstdiziplinierung gegen den daraus für mich zu erwartenden Nutzen ab.
    Es gibt Regeln in Deutschland denen ich mich niemals unterwerfen werde.
    Und so was wie die Kehrwoche zzgl. der Art und Weise ihrer Durchsetzung macht es mir unmöglich in manchen Gebieten Deutschlands zu wohnen. ;-)
    Dennoch liegt es mir völlig fern Recht und Gesetz zu verachten. Ich ordne mich dort unter wo es drauf ankommt und leb mein Leben wo es mir die Freiräume einer offenen Gesellschaft ermöglichen.
    Das sollte für alle gelten.

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  3. Wie ich schon sagte: Es gibt zig Ausprägungen anderer Kulturen, die problemlos auch in anderen Ländern beibehalten werden können. Problematisch wird es bei Konflikten, und da muss, das kann gar nicht anders gehen, wenn wir das Wort "Integration" ernst nehmen, der Kultur des Landes, in dem man sich befindet, der Vorrang eingeräumt werden.

    Selbstverständlich gehören da auch regionale Gepflogenheiten dazu.

    Mit der Konzentration auf Recht und Gesetz allein wird es aber nicht gehen. Kein Gesetz zwingt dich, Andersgläubigen die Hand zu geben. Kein Gesetz zwingt dich, Elternabende zu besuchen. Kein Gesetz verbietet es dir, in Schulen und Kindergärten Regelungen zu verlangen, die deine Religion vorgibt. Kein Gesetz verbietet es dir, politischen Druck auszuüben, um den satirischen Umgang mit Religion zu verbieten. Kein Gesetz verlangt von dir, Frauen genau so repektvoll zu behandeln wie Männer. Damit ist das Leben in Parallelgesellschaften noch möglich, aber keine Integration.

    Und was passiert, wenn es Konflikte zwischen Gesetzen gibt? Du hast deswegen selten ein Problem, dich an geltende Gesetze zu halten, weil deine eigenen Maßstäbe dir in der Regel schon ein Verhalten vorgeben, das ihnen entspricht. Aber wenn überkommene Ehrgesetze von mir Dinge verlangen, die mit dem hiesigen Strafrecht in Konflikt geraten, dann ist es wohl eher zynisch, von mir zu verlangen, ich solle mich in meiner Peer Group zum Paria machen, indem ich mich den Gesetzen meines Aufnahmelandes mehr verbunden zeige als dem, was unter meinesgleichen anerkannte Regel ist. Es wird nicht funktionieren.

    Das mit der Leitkultur wird aber auch nicht funktionieren. Nicht deswegen nicht, weil dies kein erstrebenswertes Ziel sei, sondern allein schon wegen der großen Zahl der Einwanderer. Die werden zu großen Teilen ihr eigenes Ding machen, auch ermutigt durch unsere fortschrittlichen Kräfte. Ob unsere Gesellschaft, ob unser Staat das aushalten wird, werden wir sehen. Mehrere Szenarien sind da für mich denkbar, aber jedes davon ist aus meiner Sicht mit einem Niedergang verbunden. Aber da Schicksalergebenheit ja mittlerweile politische Leitkultur geworden ist, brauchen wir uns auch keine Gedanken zu machen.

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  4. Du schreibst:
    "Kein Gesetz zwingt dich, Andersgläubigen die Hand zu geben. Kein Gesetz zwingt dich, Elternabende zu besuchen. Kein Gesetz verbietet es dir, in Schulen und Kindergärten Regelungen zu verlangen, die deine Religion vorgibt. Kein Gesetz verbietet es dir, politischen Druck auszuüben, um den satirischen Umgang mit Religion zu verbieten. Kein Gesetz verlangt von dir, Frauen genau so repektvoll zu behandeln wie Männer. Damit ist das Leben in Parallelgesellschaften noch möglich, aber keine Integration."
    So ist es.
    Das ist das Kennzeichen offener Gesellschaften. Sie zwingen nicht.
    Und es sind die Schattenseiten der freien Religionsausübung.
    Hier wird der fundamentale Unterschied zwischen Staat und Gesellschaft deutlich, der in Despotien verschwimmt.
    Es ist an den Bürgern, an der Gesellschaft Normen die sie für notwendig erachtet auch durchzusetzen im Alltag und Konflikten die durch den Islam hervorgerufen werden nicht aus dem Weg zu gehen.
    Die Gesellschaften des Westens in Europa müssen damit lernen umzugehen und sich zu behaupten. Denn langfristig betrachtet wird der Einwanderungsdruck von Muslimen erhalten bleiben, auch wenn es Europa schafft seine Außengrenzen wirksam zu kontrollieren.
    Meiner Überzeugung nach ist dies kein nahender Untergang, sondern eine Herausforderung die bewältigt werden muss weil sich eine Gesellschaft über die Bewältigung von Herausforderungen definiert. Sie sind es die den Zusammenhalt und Entwicklung von Normen erst stärken.
    Der Staat ist hier nicht gefragt eine Leitkultur herauszugeben, sondern die Gesellschaft, jeder Bürger ist es.
    Die mit Pegida laufenden Bürger sind allesamt Versager dieser Gesellschaft, die sich nach der Aufhebung der Trennung von Staat und Gesellschaft sehnen und die Gunst der Stunde nutzen um die von ihnen abgelehnte offene Gesellschaft zu bekämpfen.
    Die deutsche Gesellschaft hat es in der langen Zeit nach 1945 nur begrenzt geschafft, sich die Prinzipien einer repräsentativen Demokratie zu eigen zu machen. Die Widervereinigung stellt sich dabei als ein weiterer Rückschlag heraus.
    Ich gebe Dir Recht, dass zu Optimismus wenig Anlass besteht, aber dennoch müssen Europas Gesellschaften der muslimischen Verachtung gegenüber Frauen mehr entgegensetzen als eine Diskussion darüber was alle Deutschen kulturell leitet.
    Die Frauen in Deutschland sind stark und sie wissen sich zu wehren. Mit der Unterstützung der Männer die den Unterschied zwischen Staat und Gesellschaft leben, können die Normen welche uns in Deutschland prägen, auch durchgesetzt werden. Wenn wir das unbedingt wollen, wird das auch geschafft werden. Aber eben nur dann. Herr Gauland will das nicht und er ruft dazu auf es nicht zu wollen.

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    1. "Europas Gesellschaften" ist falsch. Dort sollte stehen: "die Bürger Deutschland".

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    2. Ich weiß nicht, wie du auf die Idee kommst, der Staat könne eine Leitkultur vorgeben. Und dann auch noch den von dir als logisch zwingend erachteten Austausch mit der mitgebrachten überwachen? Ich kenne keine Forderung in dieser Hinsicht. Wenn Politiker bisher sich zur Leitkultur geäußert haben, dann als Teilnehmer an einer gesellschaftlichen Debatte, was auch ihre Aufgabe ist.

      Natürlich ist es Aufgabe der Gesellschaft, eine solche Kultur durchzusetzen, allerdings spielt der Staat hier als Akteur immer mit - nicht als Gesetzgeber oder Staatsgewalt, sondern als Anbieter von Dienstleistungen und Produkten. "Leitkultur" bedeutet eben, dass Schulen (eben dann doch meist Staat) nicht einknicken, wenn von ihnen verlangt wird, die von der rigorosesten Religion vorgebenen Standards einzuhalten. "Leitkultur" ist es auch, wenn sich SEKs nicht erst die Schuhe ausziehen müssen, bevor sie eine Moschee stürmen. "Leitkultur" ist es, wenn sich staatliche Stellen (Schulen, Behörden) widersetzen, der demonstrativen Herabsetzung von Frauen und Männern, wie sie in der Tradition des Kopftuchs zum Ausdruck kommt, Vorschub zu leisten. "Leitkultur" ist, wenn sich staatliche Stellen nicht damit abspeisen lassen, dass der Ehemann für die Ehefrau spricht. Usw. usw.

      Eine Diskussion darüber ist mehr als nötig, weil es eben in dieser, der inländischen Gesellschaft auch starke Kräfte gibt, die etwas anderes wollen oder für geboten halten. Auch im BVerfG, leider.

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  5. "Ich weiß nicht, wie du auf die Idee kommst, der Staat könne eine Leitkultur vorgeben."
    Weil er seit 2007 im Grundsatzprogramm der CDU und CSU befindet und von Politikern diese auch regelmäßig als Vorraussetzung für eine Integration gefordert wird. Aber vor allem, weil der Kommentar auf den ich mich beziehe (!) eine solche definiert sehen will und es als Hinderniss für die Integration ansieht, dass diese immer diskutiert wird und nicht klar ausformuliert ist. Bei einer solchen Herangehensweise anzunehmen, staatliches Wirken wäre in diesem Prozess unerwünscht halte ich für unrealistisch. Was Du ja auch bestätigst, wenn ich Dich richtig verstehe.
    Wie ich in meinem Blogbeitrag schon ausführte ist m.E. eine Diskussion um eine Leitkultur überflüssig und ein gutes Beispiel sich an konstruierten, nebensächlichen Problemstellungen und der in Deutschland gepflegten Überhöhung des Begriffs "Kultur" abzuarbeiten, anstatt endlich die kürzlich aufgebauten Hindernisse (Mindestlohn) und bestehende (Vorrangprüfung) aus dem Weg zu räumen.
    Ich werde den Eindruck nicht los, dass es geradezu Sinn und Zweck dieser Debatte ist, solchen konkreten Schritten zur Integration auszuweichen, weil man, wie Du in Deinem neuen Beitrag schreibst: verschiedene Gruppen nicht gegeneinander ausspielen will.
    Genau hier liegen die zu lösenden Probleme. Denn Integration beginnt mit der in den deutschen Erwerbsalltag. Während dieses Prozesses beginnt die Annahme der regionalen Gepflogenheiten in Deutschland. Und die Überflüssigkeit des ganzen Leitkultur-Gelabers.
    Das braucht man nur, weil diese Integration eben nicht stattfindet.

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