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Sonntag, 19. April 2015

Werbefreiheit und Antikapitalismus

Sex sells. 

Und deshalb wird mit sexuellen Anspielungen nicht nur Werbung gemacht.
Auch Lyrik, Prosa, Malerei, Bildhauerei - Kunst im allgemeinen. 

Dabei steht das weibliche Geschlecht stärker im Mittelpunkt als das männliche. Aus einem Grund:
Es ist schöner.

In Berlin-Kreuzberg hat eine Bürgerinitiative einen Einwohnerantrag erfolgreich in das Bezirksplenum einbringen können, mit dem Ziel, Werbung generell zu verbieten. 

Die Verdammung von Werbung ist ein sehr betagtes Narrativ sozialromantischer und kommunistischer Volkserziehung. 
In der DDR waren einst die "Tausend Tele-Tips" als Konkurrenz zur Werbung im "Westfernsehen" gedacht und scheiterten an der Mangelwirtschaft. Die wenigen verfügbaren Produkte welche die Regale füllten, wurden gekauft weil es nichts anderes gab - nicht weil die Kunden durch die Werbung im DDR-Fernsehen auf sie aufmerksam gemacht werden mussten. 
Nach der Einstellung der DDR-Werbesendung lenkte Werbung in der Parteipropaganda nur noch vom Klassenkampf ab und war Sinnbild eines zügellosen und menschenverachtenden Kapitalismus der die Profitmaximierung auf Kosten der Arbeiter - und Bauernklasse zum Ziel hatte. Diese Ansicht war jedoch keineswegs nur im Osten verbreitet.

In meiner frühen Jugend lernte ich mal ein Mädchen aus Westberlin kennen, die mir auf meine Klage bezüglich des Einheitsgraus im realsozialistischen Verfall antwortete, ich solle froh sein in der DDR leben zu können. Denn so wäre ich verschont von einem Werbebombardement, welches sie keinen klaren Gedanken mehr fassen lässt und sie von früh bis spät manipuliert.

Das war mein erster Kontakt mit den Wohlstandssorgen eines sich moralisch-ideologisch überlegen fühlenden Teils der bundesrepublikanischen Nachkriegsgeneration. Die einen DDR-Besuch nutzten, um sich ihrer eigebildeten Opferrolle gewahr zu werden.
Selbstredend verstand das Mädchen auch nicht, dass ich rauswollte aus diesem Zoo.

Im vereinten Deutschland kann Werbung nicht einfach abgeschafft werden. Nicht mal wenn eine Bürgerinitiative das so will. Aber sie kann über Umwege eingeschränkt werden.

Um es klar zu sagen: Ja, auch ich sehe manchmal sexistische Werbung. Werbung die Frauen in einer respektlosen, erniedrigenden und würdelosen Art darstellt. So etwas gibt es und ich würde deshalb keines, in solcher Art beworbenes Produkt kaufen. Wer so wirbt, dem kaufe ich seine geschäftliche Redlichkeit nicht ab.
Aber das sehe ich auch bei männlichen Werbeträgern. Werbung überzeichnet.
In anspruchsvollen Werbungen werden die Stilmittel des Humors, des Sarkasmus und der Selbstironie intelligent und mitunter sehr unterhaltsam genutzt. Nicht selten ist Werbung auch Satire.

Das wenigste was als Sexismus bezeichnet wird, ist die Aufregung wert und das meiste ist Tugendwächterei die die liberale Gesellschaft angreift.
Wenige machen sich zu Vertretern eines ganzen Geschlechts und maßen sich an, festzulegen, wie Nacktheit in der Werbung zu bewerten ist.
Wenn aber besorgte Eltern ihre schulpflichtigen Kinder nicht mit Sexpraktiken aus der Pornographie konfrontiert sehen wollen, wissen die Politiker desselben Spektrums erneut besser, was Kindern zuzumuten ist. Und dieser Sexismus wird dann staatlich gefördert mit derselben Begründung:
Diskriminierung zu bekämpfen.

Es ist letztlich eine Frage des Geschmacks und der Perspektive. Derer gibt es oft mehrere. 
Wenn die Grünen mit dem Verweis auf eine allen Kinder und Jugendlichen gleiche Perspektive, die Existenz eines "verständigen Durchschnittsverbraucher(s)" ablehnen, ist das genau die Sicht, die mir einst als Jugendlicher von dem Mädchen aus Westberlin vermittelt wurde. Damals, Ende der Siebziger.
Die besagte Bürgerinitiative nennt sich "Amt für Werbefreiheit und Gutes Leben". Der "Amtssitz" befindet sich in Berlin, aber die "Beamt*innen" arbeiten in ganz Deutschland für die gemeinsame Sache. So die Eigenwerbung.

Das ist eine sehr exotische Form der "Bürgerbeteiligung" wenn die Verwaltung zur Bürgerinitiative wird und über diesen Umweg die Gesetzgebung beeinflusst. Ich kann die Lektüre dieses "Amtes" nur empfehlen. Damit sich der geneigte Leser mal ein Bild machen kann, was für obskure Blüten die romantische Suche nach dem "Guten Leben" treibt, nachfolgend dieses Zitat mit Klassenkampfcharakter:
Wo es ums Zusammenkommen geht und höchstens ein Unkostenbeitrag bezahlt wird. Vom Prinzessinnengarten, dem teilweise zurückeroberten Tempelhofer Feld, dem besetzten Oranienplatz,über Volxküchen, Selbsthilfe-Fahrradwerkstätten und Kneipen ohne Profitaufschlag in den Bierpreisen. Das gibt Ansporn, grundsätzlich dieses Lebensgefühl zur Wirklichkeit werden zu lassen.
Das ist die Herrschafts-Attitüde die meint, es wäre sozial wenn sie ohne Gegenleistung bedient und bewirtet werden. Ohne den Gewinn zuzugestehen, mit dem auch die Dienstleister sich ein auskömmliches Leben leisten können.
Und eine Obrigkeit die meint unmündigen Bürgern vorschreiben zu können, was sie sehen dürfen. Sie werden sich nicht durchsetzen und ihr Kampf dient nicht der Befreiung oder der Emanzipation. Ganz im Gegenteil.
Ihm haftet die absolutistische Unterdrückung und Bevormundung an, die von der Aufklärung und dem Aufstieg des Bürgertums ehemals beendet wurde.
Dieses "gute Leben" etabliert sich auf Kosten anderer und ist selbst Diskriminierung.

So wie der Antrag der Bürgerinitiative zielt die Zensur von Werbung durch die BVV Friedrichshain-Kreuzberg nicht auf die Unterbindung der Diskriminierung von Frauen in der Werbung, sondern auf eine Diskriminierung der freien Wirtschaft. 
Die BZ hat drei Beispiele veröffentlicht, die m.E. nur dann unter Diskriminierung subsumiert werden können, wenn der Betrachter sich vom Prinzip der wohlwollenden Betrachtung komplett verabschiedet. 
Das kann man machen, nur sollte solch eine Sicht nicht Grundlage für Gesetze und Bestimmungen werden.

Noch mal zurück zu dem Mädchen welches ich einst kennenlernte und die mir die Schädlichkeit kapitalistischer Werbung näher bringen wollte. Die im übrigen Deckungsgleich mit den Vorstellungen des "Amtes" ist, wie der geneigte Leser hier nachlesen kann:
Als ich sie zum Tränenpalast brachte, erzählte sie mir noch, dass sie Mitglied der DKP ist.

Erling Plaethe

Kommentare:

  1. nachdenken_schmerzt_nicht20. April 2015 um 12:28

    "Dabei steht das weibliche Geschlecht stärker im Mittelpunkt als das männliche. Aus einem Grund:
    Es ist schöner."

    Mit meinem überholten Weltbild glaube ich den Grund an einer anderen Stelle:
    Frauen nutzen Sexualität eher als „Währung, Männer konsumieren sie eher in einer Art (sagen wir) "biologisch bedingtem Abhängigkeitsverhältnis".

    Das schließt nicht aus, dass es sich nicht auch anders herum verhalten kann, aber Regeln und Ausnahmen bestehen immer und was hier Regel und Ausnahme ist, scheint mir doch recht offensichtlich. Und das begründet in meinen Augen auch, warum das weibliche Geschlecht attraktiver für Kunst und Kommerz ist: Es gibt weitaus mehr zahlungswilligere männliche als weibliche Kunden für das Produkt "Sexualität".

    Das weibliche Geschlecht als schöner zu benennen als das männliche, halte ich für falsch. Es gibt atemberaubend schöne Männer. Das muß man zugestehen, auch wenn man sich sexuell davon nicht angezogen fühlt. Es gibt Männer, die sind so schön, dass ich mich kaum an ihnen sattsehen kann, obwohl die sexuelle Anziehung fehlt. - Wie eine Art Kunstwerk.

    Und diese meine Interpretation begründet für mich auch das Problem von Gleichheitsfanatikern (also sich selbst als modern verstehende Linke) mit dieser Art der Werbung und Kunst:
    Sexualität von Frau und Mann sind nicht gleich. Nicht in Mitteln, nicht in Zweck, nicht in Ursprung, nicht in Machtverhältnissen, nicht in Wirkungsweise. Diesen Umstand nutzt die Werbung aus und stellt so ein Manifest einer Ungleicheit dar, die es in den Augen der Gleichheitsjünger zu beseitigen gilt.

    Den gleichen Hintergrund, haben die Pläne zum sexuellen Vielfaltsunterricht: Es ist die Kampfansage an die Eigenschaft der Realität, nicht amorph zu sein.

    Ich glaube, bei all dem geht es weniger um Diskriminierung. Es geht um das Ausmerzen der Ungleichheit, in Denken und Fühlen und Handeln der Menschen. Es gilt die "Natur der Ungleicheit des Seins",den größten Gegner auf dem Weg zur Transformation in die "schöne neue Welt", aus dem Weg zu räumen.


    Herzlich


    nachdenken_schmerzt_nicht

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  2. Lieber nachdenken_schmerzt_nicht,

    vielen Dank für Ihre Antwort. Ich möchte Ihnen gar nicht widersprechen sondern nur erklären, warum ich das Weibliche als schöner ansehe.
    Meine Behauptung, über die zu stolpern ich schon beim Schreiben fürchtete,
    kann sich nur teilweise auf eigene Wahrnehmung stützen, weil ich keinen Mann als "schön" ansehen kann. Aber mir ist natürlich klar, dass es schöne Männer geben muss.
    Nach allem was ich über schöne Männer gehört und gelesen habe, ist ihnen vor allem ein weiblicher (Gesichts-)Ausdruck gemein. Also etwas das ins Androgyne geht. Somit stelle ich fest:
    Ein Mann wird schön, wenn er neben seinen männlichen Merkmalen auch weibliche besitzt.
    Eine Frau dagegen wird m.E. nicht schöner, wenn sie männliche Merkmale aufweist.
    Deshalb denke ich, dass Frauen im Vergleich zu Männern schöner sind.

    Losgelöst von begehrenden Gedanken als schöner angesehen werden.

    Die schönen Männer brauchen, um mithalten zu können, deshalb einen Teil dessen, der beim Menschen eine Quelle der Schönheit ist. ;-)

    Es geht einigen in der Gesellschaft bestimmt auch um das "Ausmerzen von Ungleichheiten". Da stimme ich Ihnen zu.
    Nur gehen die Gesellschaften des Westens einen Weg auf dem klassische Rollenverteilungen zwischen Männer und Frauen aufgehoben werden. Und dieser Weg ist einer der Emanzipation und Befreiung. Weil er beide Geschlechter davon befreit, in bestimmten Rollen leben zu müssen, wenn sie es nicht wollen.

    Es kann zunehmend freier gewählt werden.
    Dabei schießt die Genderwissenschaft allerdings oft weit über dieses Ziel hinaus, weil Ideologie und Freiwilligkeit sich nun einmal nicht vertragen.


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    1. nachdenken_schmerzt_nicht21. April 2015 um 11:31

      Lieber Erling PLaethe.

      „dieser Weg ist einer der Emanzipation und Befreiung“
      Man könnte allerdings in meinen Augen durchaus die Frage stellen, ob die Emanzipation zwangsläufig eine Befreiung bedeutet.

      Ich weiß, dass diese Frage sehr leicht miß zu verstehen ist und in unserer heutigen Zeit auch mißverstanden werden will. Trotzdem halte ich sie für wichtig.

      Ich persönlich kenne mehrere emanzipierte Frauen und deren tief sitzenden Lebenskonflikte, die daraus entstehen, dass sie nicht gleichzeitig und widerspruchsfrei ihrer Biologie und einem „emanzipierten Lebensentwurf“ folgen können. Sie erkennen diese Konflikte aber natürlich nicht im Kontext von Emanzipation und Biologie und dass die bedrückenden Widersprüche künstlich erschaffen wurden.
      Befreiung bedeutet, seinen Wünschen folgen zu können und dazu braucht es gleiches Recht und eine Blinde Justizia. Nicht mehr und nicht weniger. Diese Bedeutung hat aber Emanzipation (wenn sie sie so je hatte) heutzutage nicht.

      Die Kernfrage ist wohl: Bedeutet Befreiung Einklang mit Realität oder Überwindung der Realität? Kann Überwindung der Realität überhaupt Befreiung bedeuten? Ich formuliere bewußt provokativ.

      Ich glaube, was im Zusammenhang der Geschlechterrollen und mit einhergehnder Unterdrückung sehr oft geschieht ist eine klassische Verwechslung von Korrelation und Kausalität. Lebensetwürfe, Rollenverständnis und Unterdrückung stehen in keinem einfachen linearen Zusammenhang. Aber genauso schaut man darauf. Was zu falschen Schlüssen führt.

      In dieser Hinsicht empfand ich unsere ehemalige Familienministerin Schröder übrigens als einen Lichtblick, da sie (so glaube ich) verstanden hat, dass Selbstbewußtsein und ein „klassisches Rollenverständnis“ sich bei einer Frau nicht gegenseitig ausschließen müssen. Im Gegenteil, dass sie wesentlich zusammen gehören und Befreiung bedeuten können - Im Gegensatz zur Emanzipation, bzw. was man darunter gemeinhin versteht.


      „Deshalb denke ich, dass Frauen im Vergleich zu Männern schöner sind.“
      Sind Frauen auch schöner als eine „perfekte Schachpartie“ oder physikalische Symmetrien und Mathematik, die aus komplizierten Gleichungen einen wunderbar einfachen Zusammenhang machen?

      Ich habe irgendwo einmal gelesen, dass Symmetrie etwas ist, was gerade auch bei menschlichen Gesichtern ganz wesentlich unserer Wahrnehmung von Schönheit beeinflußt. Und dann kann auch wieder ein Makel, im Sinne eines Symmetriebruchs eine besondere Schönheit bedeuten.

      Worauf ich hinaus möchte ist, dass sich Ihr hier verwendeter Schönheitsbegriff meines Ermessens auf eine gewisse Art von Schönheit beschränkt. Sie blicken gewissermaßen eindimensional auf die Schönheit: In der Dimension des „männlichen Gefallens“, in diesem Falle ihres persönlichen.
      Dabei habe ich noch nicht berücksichtigt, dass „burschikose“ Elemente manche Frau ebenfalls schön machen können, ganz wie weibliche Elemente einen Mann. – Aber das wird sicherlich auch Geschmackssache sein.

      Letzten Endes ist es aber recht sinnlos, über ein subjektives Empfinden wie Schönheit, objektive Ansichten austauschen zu wollen. Mir erscheint aber ihre These, dass weibliche Schönheit aufgrund einer objektiv meßbaren, höheren Qualität mehr im Mittelpunkt der Darstellung steht, der falsche Schluß aus der richtigen Beobachtung zu sein. Mir erscheint, dass der Grund für diese Beobachtung schlicht an einer höheren Nachfrage liegt. Woher sie kommt, hat sicherlich mit den Geschlechtern zu tun und der Art der Wahrnehmung, aber meines Ermessens nicht mit objektiven, qualitativen Kriterien – die für alle Männer und Frauen (als Betrachter) im gleichen Maße gelten. Worüber alle gleichermaßen „geeint“ sind, ist nur die Nachfrage.

      Herzlich


      nachdenken_schmerzt_nicht

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    3. Da ist er wieder (war ein Versehen):

      Lieber nachdenken_schmerzt_nicht,

      für mich ist ein "emanzipierter Lebensentwurf" ein Leben, dass weniger geplant einem Entwurf folgt, sondern Freiheit und Selbstbestimmung sucht.
      Ich sehe da keine biologischen Hemmnisse für eine Frau. Kinder sind Teil des Lebens - für Vater und Mutter.
      Im Gegensatz zu den Zeiten fester Rollenverteilung nehmen heute Männer ihre Verantwortung für ihre Kinder mehr und mehr anders wahr. Sie nehmen Elternzeit um der Mutter trotz zweier Babys die Fortsetzung ihres Studiums zu ermöglichen. Es gibt Kinderläden die fernab ihrer ideologischen Anfänge den Kindern Spaß und sie glücklich machen. So erlebe ich Emanzipation als staunender Opa.

      Wenn beide Partner diese Sehnsucht nach Freiheit und die Suche nach dem Glück verbindet, unterstützen sie sich dabei und finden womöglich einen Weg der auch das Glück der Familie mit einschließt.
      Ich sehe da keinen Widerspruch sondern Chancen. Dafür ist es aber notwendig diese auch zu ergreifen. Und nicht die traditionellen Wege als einzig rationale zu betrachten.

      Keine Frage, Mann und Frau sind unterschiedlich. Auch in Bezug auf ihren Einfluss den Nachwuchs betreffend. Aber ich befürworte ausdrücklich eine Infragestellung der klassischen Rollenverteilung ohne dabei alles zu verdammen was traditionell gelebt wurde und gelebt wird.
      Ich möchte nicht werten wie Familien ihr Zusammenleben gestalten, wenn es nur auf Freiwilligkeit beruht und kein Zwang ausgeübt wird von einem Partner auf den anderen.

      Und was das Thema Schönheit anbelangt: Natürlich ist meine geäußerte These zur Schönheit von Mann und Frau ein sehr eingeschränkter Schönheitsbegriff. Die anderen von Ihnen genannten sind mir ebenfalls ein Begriff. ;-)

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    4. Und was das Thema Schönheit anbelangt: Natürlich ist meine geäußerte These zur Schönheit von Mann und Frau ein sehr eingeschränkter Schönheitsbegriff. Die anderen von Ihnen genannten sind mir ebenfalls ein Begriff. ;-)Darf ich die Diskussion endgültig ausufern lassen, indem ich den Begriff "Attraktivität" ins Spiel bringe? ;-)

      Der ist nämlich keinesfalls zu verwechseln mit "Schönheit". Ich schaue mir zwar gerne schöne Frauen an, aber wirklich reizen tun mich nur die attraktiven...

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    5. Naja, er beinhaltet "Schönheit" und erweitert sie auf Wesenseigenschaften oder auf materielle. Ich meine mit Schönheit auch die, die keine Reize auslöst - trotzdem nur die äußerliche Erscheinung.
      Attraktiv soll ja auf manche allein schon ein hohes Vermögen wirken.
      Dann wäre bald die Frage fällig, wie sehr die "Schönheit" die "Attraktivität" beeinflusst. Und wie subjektiv "Schönheit" und "Attraktivität" wahrgenommen wird.

      Doch all dies widerlegt nicht die Prämisse des Blogbeitrags, dass bei Menschen das weibliche Geschlecht allgemein als schöner angesehen wird, als das männliche.
      Oder vorsichtiger ausgedrückt: für diese These gibt es m.E. überzeugendere Argumente als für die entgegengesetzte.

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    6. "Attraktivtät" muss keinesfalls "Schönheit" enthalten. Wird es oft, muss es aber nicht. "Attraktivität" ist, und deshalb gefällt mir der Begriff viel besser, der Objektivierungsversuche eher enthoben - was den einen reizt, törnt den anderen ab. Was "schön" ist, soll zwar neutral feststellbar sein, ist es aber auch nicht. Auch dieser Begriff geht mit der Zeit. Aber generell lässt sich natürlich sagen, dass bei einem Mann breite Schultern und schmale Hüften als "schön" empfunden werden, bei einer Frau hingegen eher schmale Schultern und ein betontes Becken (neben den bekannten wohlgeformten sekundären Geschlechtsmerkmalen). Und der Mann sollte (nicht übertrieben) muskulös daherkommen, während solche Hervorhebungen bei der Frau eher als störend empfunden werden. Auf Gesichtsebene gelten die schon genannten Symmetrie-Kriterien, wobei ein markantes Kinn noch keinem Mann und volle Lippen noch keiner Frau geschadet haben.

      Für all das gibt es passende evolutionsbiologische Erklärungen. Was auch sonst, sind wir doch zur Weitergabe der Gene optimiert.

      Aber dass Frauen grundsätzlich schöner sein sollen... Natürlich - die Frau wird nicht so sehr durch Behaarung belästigt, aber sonst? Sagen wir mal so: Männer reagieren viel besser auf weibliche Signale, und da du ein Mann bist, verwundert deine Meinung nicht. Und Frauen achten in der Regel mehr auf ihre Erscheinung. Wenn wir solche Dinge mal ausblenden, kann ich keine Geschlechtsrangfolge der Schönheit erkennen.

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  3. Diese Dinge auszublenden hieße, die kulturelle Genese des Schönheitsempfindens ebenso unbeachtet zu lassen.
    Imaniginäre Ergänzungen des menschlichen Körpers durch die verhüllende Bekleidung dient der Wahrnehmung des "Schönen". Aber auch der Kulturellen Erweiterung einer rein sexuellen Werbung. Die "Schönheit" als wesentlichen Teil der Attraktivität einzusetzen, ist eine weibliche Eigenschaft die heterosexuelle Männer als Ausgleich, eine Art Entlastung zum starken rationalen Agieren anspricht. Sie stärkt die Ebene auf der Gefühle zum Tragen kommen, die sich rationalen Erklärungen entziehen.
    Frauen haben in der Evolutionsgeschichte der Menschheit über ihren stärkeren Einsatz der "Schönheit" auch Einfluss, vor allem familiär, auf Entscheidungen ihrer Männer genommen. Diese mitunter bestimmt.
    Dieses Phänomen hat sich in der Moderne eher noch verstärkt.
    Der Mann sucht nach Schönheit nicht die Frau. Sie stellt bei der Partnersuche eher rationale Überlegungen an.
    Gesucht wird, was defizitär vorhanden ist. Damit im Ausgleich gemeinsam vollkommener agiert werden kann.
    Es ist für einen Mann selten zielführend bei einer Partnersuche seine Schönheit gleichermaßen wie eine Frau herauszustellen. Deshalb haben Männer auch weit weniger Wahlmöglichkeiten in der Mode. Es fehlt schlicht die Nachfrage wie sie bei Frauen seit jeher vorhanden ist.

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